Herzlich Willkommen

bei der Großelternakademie

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Gelassenheit, Respekt, Orientierung, Sicherheit, Sehnsucht, Essen, Liebe, Trösten, Erfahrung, Ruhe, Nähe – das Anforderungsprofil für den Job als Großmutter oder Großvater.

Wie Sie als Großeltern goldwert und einzigartig werden? Wir sagen es Ihnen.

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Unser erstes Großelternbuch ab sofort erhältlich

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Großelternbrief Nr. 40

Der Einfluss eines guten, hilfreichen und hoffnungsvollen Charakters ist ansteckend und kann eine ganze Stadt verwandeln. (Unbekannt)

Liebe Großeltern,
Ersetzen wir bei diesem Zitat das Wort »Stadt« durch »Familie«, so merken Sie schnell, worauf wir hinaus wollen. Familien brauchen ein Mitglied mit Einfluss. Jemanden, auf den man hört, der weiß, wo es langgeht, der ein gerechtes Urteil sprechen kann, dessen Schlüsse immer klug sind. Jemand, der Fehler eingestehen kann und aus dem eigenen Verhalten die richtigen Schlüsse zu ziehen vermag. Jemand, der nicht so tut, als ob, sondern, der tut, obwohl – vielleicht alle dagegen sind, er sich aber seiner Meinung gewiss ist. Ein Mensch, der es nicht nötig hat, auf der Schleimspur, die andere gelegt haben, zu rutschen. Sondern in der Lage ist, eigene Spuren zu hinterlassen. Jemand, in dessen Fußstapfen zu wandeln, es sich lohnt. So jemand kann eine ganze Familie beeinflussen, Kinder und Kindeskinder.
Nur Vorbild macht Erziehung, dozierende Vorträge haben noch keinen Menschen geändert. Wenn einer aber lebt, was er sagt und nicht nur sagt und nicht lebt, wird sein Einfluss stets größer und der Respekt auch. So zu werden oder zu sein, ist gewiss eine harte Aufgabe. Aber eine, die anzugehen, sich lohnt.
Einen entspannten Umgang mit Ihren Enkeln wünschen Ihnen
Marianne und Reinhard Kopp

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Großelternbrief Nr. 39

Worten muss man argwöhnisch gegenüberstehen, denn sie können sich in Käfige verwandeln. (Viola Spolin)

Liebe Großeltern,
wie wichtig ist Ihnen die Wahrhaftigkeit? Wahrhaftige Menschen sind nämlich vorsichtige, abwägende Menschen. Wahrhaftige Menschen achten genau darauf, was sie sagen, wohl wissend, dass ihnen ihre Worte und Versprechungen sonst auf die Füße fallen können.
Was wollte der Großvater nicht alles für den Enkel tun, als der noch keine vier Wochen alt war. Ein Moped sollte der Junge bekommen und später das Sparbuch, das angeblich bei seiner Geburt angelegt worden war. Und als das Kind dann alt genug war, keine Rede mehr davon. Das Moped hatte Opa nicht mehr auf dem Schirm und ein Sparbuch gab es nicht.
Oder Oma versichert ihrer besten Freundin am Telefon wortreich, ihre Kinder könnten jederzeit auf sie zählen. Als sie eine halbe Stunde später gefragt wird, ob sie an diesem Abend einhüten könnte, weigert sie sich standhaft.
Großeltern, die auf ähnliche Weise handeln, verhalten sich unwahrhaftig. Hätten sie geschwiegen, machte ihnen niemand einen Vorwurf, weil weder Moped noch Sparbuch vorhanden sind und Oma löste auch keinen Ärger aus, wenn sie eine Anfrage aufs Babysitting negativ beschied.
Versprechen Sie darum nichts, was Ihnen hinterher wieder leidtun könnte. Lassen Sie sich nicht zu geschwollenen Äußerungen hinreißen, die Sie in Schwierigkeiten bringen könnten. Es ist nicht schön, wenn einem hinterher gesagt wird, man mache nur große Worte.
Bedächtigkeit sollte daher eine angestrebte Eigenschaft der Großeltern werden. Langsam zum Reden sein, langsam sein, wenn es um Versprechen geht. Vielleicht, statt zu reden, sich eher das Handeln angewöhnen?
Einen entspannten Umgang mit Ihren Enkeln wünschen Ihnen
Marianne und Reinhard Kopp

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Großelternbrief Nr. 38

Angesichts eines Widerstandes, der unmöglich zu brechen ist, ist Sturheit eine dumme Haltung. (Simone de Beauvoir)

Liebe Großeltern,
wie kompromissfähig sind Sie? Das Miteinander funktioniert nun einmal nur, wenn jeder auf den anderen zugeht oder alle ein wenig zurückstecken. Nun gibt es ja in jedem Umfeld solche, die sich stur stellen, die nie zurückstecken. Wenn einer, um des lieben Friedens willen, immer wieder bereit ist, anderen den Vortritt zu lassen, scheint es eine eindeutige Gewinner-Verlierer-Situation zu sein.
Vor vielen Jahren begegneten sich auf einer schmalen Brücke einmal zwei stadtbekannte Männer, die sich nicht ausstehen konnten. »Ich gehe keinem Esel aus dem Weg!«, rief der eine schon von weitem aufgebracht, »aber ich tue das gern!«, erwiderte der andere, trat zur Seite und ließ den Wüterich vorbei. Es ist doch wohl eindeutig, wer hier Größe besaß, oder? Glauben Sie darum nicht, Nachgiebigkeit sei ein Zeichen von Schwäche, das Beharren auf einem Standpunkt ein Zeichen der Stärke. Leichter haben es im Leben auf alle Fälle die, die in der Lage sind, Standpunkte zu überdenken und Kompromisse einzugehen.
Es gibt manches, wo wir wirklich kompromisslos sind, in Sachen Alkohol zum Beispiel. Wir waren unser ganzes Leben Null-Promille-Menschen, aus freier Entscheidung, nicht, weil es einen persönlichen Anlass dafür gab. Werden wir eingeladen, lehnen wir entsprechende Getränke ab, freundlich, aber bestimmt.
So gibt es auch noch andere Haltungen, die für uns nicht verhandelbar sind.
Dafür aber gibt es eine viel größere Anzahl von Gelegenheiten, bei denen wir uns gerne nach der Mehrheitsmeinung richten und nicht auf unserem Standpunkt beharren. Und wir können Ihnen versichern, wir genießen in unserm Umfeld Akzeptanz, auch wenn wir den angebotenen Sekt nicht trinken. Denn alle wissen, was die Alkoholfrage betrifft, bleiben wir stur, jedoch, wenn ein anderer stur darauf beharrt, das letzte Käsebrötchen zu bekommen, suchen wir uns ohne Groll etwas anderes. Wir haben keine geschlossene Mauer der Kompromisslosigkeit gebaut, in unserm Bauwerk gibt es viele Lücken, durch die man zu uns gelangen kann. Wir haben uns nicht eingekesselt oder in einer Burg verschanzt. Wir leben unsere Standpunkte lebendig und offen gegenüber Familie, Freunden und unserm gesamten Umfeld. Wir akzeptieren uns gegenseitig mit unsern Stärken, Schwächen und Macken. Genauso halten wir es unsern Enkeln gegenüber und deren Eltern. Ein Leben, das bis jetzt sehr gut funktioniert.
Einen entspannten Umgang mit Ihren Enkeln wünschen Ihnen
Marianne und Reinhard Kopp

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