Großelternbrief Nr. 32

Wir sollten alle Export-Panzer nur noch mit Euro-5-Dieselmotoren ausstatten. Wenn diese Staaten uns dann angreifen wollen, können die nicht mehr in die Innenstädte. Ha.

— Maori (@Maori) February 27, 2018
(Gefunden bei Twitterperlen)

Liebe Großeltern,
die Diskussion über die Gefährlichkeit und Vermeidung von Feinstaub in unseren Innenstädten hat mit der Rechtssprechung ihre Richtung bekommen. Dieselfahrzeuge und Innenstädte – das geht ab jetzt zusammen, wie Feuer und Wasser. Ein Gerichtsurteil, das auch viele von uns direkt betrifft, manchen Unternehmer gar an den Rand seiner Existenz bringen könnte. Wie soll es jetzt weitergehen, fragt sich der Dieselautobesitzer, dessen fahrbarer Untersatz plötzlich rapide an Wert verloren hat. Nicht wenige Großeltern fahren ein Auto mit Dieselmotor, damit sie die Entfernung zu den Enkeln kostengünstig überbrücken können.
Das Leben besteht aus Unwägbarkeiten. Was gestern noch als fortschrittlich galt, wird heute in die Tonne getreten. Verunsicherung und Ärger sind die Folgen. Natürlich haben wir in unserm Leben Meinungen und Trends erlebt, die von heute auf Morgen nicht mehr richtungweisend waren und deshalb in der Versenkung verschwanden. Anderes brauchte Jahrhunderte, bis es sich durchsetzen konnte, wie beispielsweise die Ächtung der Prügelstrafe. Viele blieben von dem Auf und Ab der verschiedenen Strömungen gänzlich unberührt, weil es sie nicht interessierte oder berührte. Veganes Essen oder das iPhone X. Wir essen, was uns immer schon gut bekam und sind froh, dass wir mit unserm jetzigen Handy gerade so zurechtkommen. In solchen Fällen sind wir Herr über unsere Entscheidungen. Entscheiden wir uns dagegen, passiert – nichts. Niemand kann uns zu etwas zwingen, wir finden stets noch eine Nische, einen Ausweich oder Ausweg. Wir legen fest, wie wir leben wollen und keiner darf dazwischenfunken. Im Fall des Dieselautos fühlen sich viele plötzlich fremdbestimmt. Ein gerichtlicher Paukenschlag mit schwerwiegenden Konsequenzen. Hier geht es um mehr als Essen oder die Qualität unserer Kommunikation, mit welchem Handy auch immer. Es geht um unser aller Gesundheit, unser aller Zukunft und damit um die nächste Generation. Mit einem Wort: es geht um Nachhaltigkeit. Oder um eine lebensverlängernde Maßnahme, wenn Sie so wollen. Von diesem Standpunkt aus gesehen, sollte uns das Leben unserer Enkel und unser eigenes schon eine saubere Luft wert sein.
Einen entspannten Umgang mit den Enkeln
wünschen
Marianne und Reinhard Kopp

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