Großelternbrief Nr. 35

Zitat: Wenn wir nicht fähig sind, aus der Vergangenheit zu lernen, dann spielen wir mit der Zukunft.

Liebe Großeltern,
Der Klimawandel beschäftigt nicht nur die Politik. Bis in unsern Alltag merken wir die Auswirkungen der Erderwärmung, die Jahreszeiten verschieben sich und die Starkwetterereignisse nehmen zu. Parteien und Vereine mahnen daher ein Umdenken bei unsern Lebensstrukturen an. In Supermärkten und Kaufhäusern gibts keine Plastiktüten mehr, das Wort von der Nachhaltigkeit macht die Runde. Nicht nur für die Eisbären, die wegen der abschmelzenden Pole in ihren Lebensräumen bedroht sind, sondern vor allem für die nachfolgende Generation ist Nachhaltigkeit wichtig. Für unsere Enkelkinder müssen wir die Fehler der Vergangenheit korrigieren.
Wozu nicht nur die Klimaveränderung gehört.
Auch aus unseren eigenen Fehlern dürfen wir lernen und die junge Generation daran teilhaben lassen.
Dazu allerdings müssen wir darüber sprechen. Vielleicht hat Opa sich vor vielen Jahren im Jähzorn dazu hinreißen lassen, in seiner Firma übereilt zu kündigen und ist danach beruflich nie wieder so recht auf die Beine gekommen. Oder er wurde sogar mal straffällig und saß eine Zeitlang im Gefängnis. Oder Oma hat sich als junge Mutter von ihrem Ehemann getrennt und ihre Kinder allein großgezogen. Es wäre für die Enkel gut, wenn sie ihnen davon erzählen könnte. Von ihrem Mut und Versagen, den Schwierigkeiten und was sie daraus gelernt hat. Es geht jedoch nicht nur um Schuld oder Versagen, wenn die Älteren aus der Vergangenheit erzählen. Auch Erfolge dürfen zur Sprache kommen. Wie viel Kraft und Entschlossenheit es brauchte, um die Karriere voranzubringen. Wie Opa es angestellt hat, sich zum Geschäftsführer seiner Firma emporzuarbeiten. Solche Gespräche zeigen der jungen Generation, ob wir Älteren lernfähig waren und sind. Ob wir es wirklich besser gemacht haben, als unsere Eltern und ob wir Ansporn für die Enkel sind, es uns gleichzutun.
Vergangenheit und Großeltern bedeutet für die Enkelgeneration meistens Glorifizierung. Früher war alles besser. Versuchen wir doch einen objektiven Blick auf unsere zurückliegenden Jahre. Nicht mit der Häme jener, die sich verächtlich äußern, dass sie als Kinder noch auf der Straße spielen konnten und ohne Handy auskamen. Das waren die Zeiten, als unsere Eltern noch nicht wussten, dass Plastik Weichmacher enthält, die krebserregend sein können. Sondern mit dem Blick eines Analysten. Was war gut, worauf können wir stolz sein, was hätten wir besser machen können? Jede Zeit hatte und hat ihr für und wider. Welche Schlüsse wir daraus ziehen, dass macht die Bewertung aus.
Einen entspannten Umgang mit Ihren Enkeln
wünschen Ihnen
Marianne und Reinhard Kopp

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