Großelternbrief Nr. 43

Mache dich zum Segen für einen anderen. Dein Lächeln oder dein Schulterklopfen kann einen anderen vom Abgrund zurückholen. Carmelia Elliott

Liebe Großeltern,
Es gibt zwei Arten von Trost und Ermutigung. Die eine, schlimme ist, das wird schon wieder, zu sagen. Sie kennen diese platten Sprüche, bis zur Hochzeit ist alles wieder gut und ähnliche. Nein, es gibt Ereignisse im Leben, die werden nicht wieder gut. Wenn ein geliebter Mensch stirbt, beispielsweise. Diese Lücke kann niemand schließen. Man kann nur versuchen, mit dieser Wunde zu leben.
Die andere Art von Trost und Ermutigung ist die echte, die hilfreiche. Hilfreich ist es, wenn wir die Last des andern mit auf unsere Schulter nehmen. Wenn die jugendliche Enkelin von ihrer ersten großen Liebe sitzengelassen wurde, anstatt zu sagen: Du wirst noch viele andere kennenlernen, dem Mädchen in seinem Schmerz lieber beizupflichten. Ja, es tut weh und der Himmel scheint verdunkelt. Der Daseinssinn erübrigt sich in solchen Augenblicken. Wenn Oma oder Opa dem zustimmen, dann ist dem Kind doch vielmehr geholfen als mit „klugen“ Sprüchen. Jedoch sind die Großeltern der lebendige Beweis dafür, dass es dennoch weitergehen wird. Dass tatsächlich noch andere Menschen die Lebensbahn kreuzen, für die sich ein neues Liebeswagnis lohnt. Wenn wir Großeltern unsere Enkel ernst nehmen in ihrem, wie auch immer gearteten Kummer, helfen wir nicht nur ihnen, weiterzugehen. Wir helfen gleichzeitig auch uns mit einer versöhnlichen Sicht der Dinge auf manches Ereignis in unserm Leben. Es fällt uns wie Schuppen von den Augen, dass vieles, was wir erlebten, uns stark gemacht hat. So stark, dass wir die junge Generation ermutigen können.
Darum: Lächeln Sie, wenn immer Sie daran denken, was Sie alles bewältigt haben im Laufe Ihrer Jahre. Wer lächeln kann, dessen Schulterklopfen wird auf jeden Fall recht verstanden.
Einen entspannten Umgang mit Ihren Enkeln wünschen Ihnen
Marianne und Reinhard Kopp

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