{"id":249,"date":"2016-01-04T09:59:35","date_gmt":"2016-01-04T09:59:35","guid":{"rendered":"http:\/\/grosselternakademie.de\/page\/?p=249"},"modified":"2023-05-09T11:29:38","modified_gmt":"2023-05-09T10:29:38","slug":"grosselternbrief-nr-12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/grosselternakademie.de\/page\/2016\/01\/grosselternbrief-nr-12\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfelternbrief Nr. 12"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Gro\u00dfeltern!<\/p>\n<p>Es gibt Dinge, die beherrsche ich perfekt: Organisieren zum Beispiel oder Saubermachen. Doch neigt sich meine Waage zwischen K\u00f6nnen und Nichtk\u00f6nnen bedenklich, wenn es ans Geschenkekaufen und -verpacken geht. Ob bei Enkeln, Kindern, meinem Ehemann oder Freunden, stets tue ich mich schwer dabei. Nein, ich geh\u00f6re gl\u00fccklicherweise nicht zu jenen Ungl\u00fccklichen, die dann auch noch das Falsche schenken und mehr Frust als Freude beim Beschenkten ausl\u00f6sen. Ich muss nur regelrecht \u00fcber meinen Geschenkideen br\u00fcten und es dauert eine Weile, bis was Gescheites dabei herauskommt. Danach stehe ich vor der zweiten H\u00fcrde, die f\u00fcr mich noch h\u00f6her liegt: das Verpacken. Was beneide den Rest meiner Familie, der mich an Heiligabend mit perfekt verpackten Geschenken begl\u00fcckt: alle Ecken des Geschenkpapiers sind gleichm\u00e4\u00dfig eingeschlagen, die Schleifen sitzen, kurz, die Geschenke sind eine Augenweide. Ich erspare Ihnen an dieser Stelle die Schilderung meiner M\u00fchen und des Ergebnisses, wenn ich mich endlich durchgerungen habe, die Geschenke kurz vor dem Weihnachtsabend einzuschlagen.<\/p>\n<p>Doch bin ich keineswegs gewillt, wegen meines Unverm\u00f6gens das Schenken abzuschaffen, denn ich finde Schenken au\u00dferordentlich wichtig. Besonders an Weihnachten. Meine Familie und ich geh\u00f6ren nicht zu jenen, die t\u00f6nen: wir schenken uns nichts. Wir schenken uns was. Jedes Jahr wieder. Aber, wir schenken uns nichts Gro\u00dfes, Gewaltiges, Pomp\u00f6ses. Unsere Geschenke passen mehr in die Kategorie Aufmerksamkeiten. Jeder erweist jedem auf diese Weise Wertsch\u00e4tzung. Damit das wirklich gelingt, haben wir f\u00fcr Heiligabend ein Ritual entwickelt. Wir packen nacheinander unsere Geschenke aus, alle warten dann gespannt, und freuen sich mit dem Beschenkten. So dauert die Bescherung ziemlich lange, denn unsere Familie ist zahlreich. Doch nehmen wir uns die Zeit ganz bewusst, genie\u00dfen das Schenken und Beschenktwerden auf eine besondere Art.<\/p>\n<p>Als Gro\u00dfeltern haben wir uns von Anfang an jenem uns\u00e4glichen Wettstreit \u00bbWer kann mehr?\u00ab verweigert, der zwischen den Eltern von Vater und Mutter gerne entbrennt. Wir sind schon lange aus dem Zwang des Konsumterrors ausgestiegen und zeigen unsern Enkeln, dass es anderes im Leben gibt, als das tollste Fahrrad oder das trendigste Computerspiel zu besitzen. Und haben damit bisher nur gute Erfahrungen gemacht. Wobei sie auch, was das Materielle betrifft, nicht ins Hintertreffen geraten. Nur wollen wir sie auch in diesen Dingen zu einem gesunden Mittelma\u00df erziehen helfen, denn wie alle Menschen m\u00fcssen auch sie lernen, mit unerf\u00fcllten oder unerf\u00fcllbaren W\u00fcnschen zu leben. Solche Lebenseinstellung ist eine gesunde und st\u00e4rkt sowohl uns als auch unsere Enkel im praktischen Leben. Und solche Weisheiten sind wohl das beste und wertvollste Geschenk, dass wir unseren Kindern und Enkeln machen k\u00f6nnen. Der besondere Clou dabei: ich muss mich hier nicht mal mit Geschenkpapier und Schleife abm\u00fchen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Einen entspannten Umgang mit Ihren Enkeln w\u00fcnscht Ihnen<\/p>\n<p>Marianne Kopp<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Gro\u00dfeltern! Es gibt Dinge, die beherrsche ich perfekt: Organisieren zum Beispiel oder Saubermachen. 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