{"id":335,"date":"2016-06-12T13:18:24","date_gmt":"2016-06-12T13:18:24","guid":{"rendered":"http:\/\/grosselternakademie.de\/page\/?p=335"},"modified":"2024-10-31T14:40:30","modified_gmt":"2024-10-31T13:40:30","slug":"grosselternbrief-nr-18","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/grosselternakademie.de\/page\/2016\/06\/grosselternbrief-nr-18\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfelternbrief Nr. 18"},"content":{"rendered":"<p>Zitat: Es gibt kein Alter, in dem alles so irrsinnig intensiv erlebt wird wie in der Kindheit. Wir Gro\u00dfen sollten uns daran erinnern, wie das war. (Astrid Lindgren)<\/p>\n<p>Liebe Gro\u00dfeltern,<br \/>\nnoch immer besitze ich jene Babypuppe, die f\u00fcr mich unterm Weihnachtsbaum sa\u00df, als ich f\u00fcnf oder sechs Jahre alt war. Sie hat die Gr\u00f6\u00dfe eines wirklichen Babys, einen Kopf aus Pappmach\u00e9, gemalte Haare und inzwischen einen ausgeschlagenen Schneidezahn. Wird sie bewegt, weint sie. Ich wei\u00df nicht, wie oft diese Puppe schon beim Puppendoktor war, weil irgendjemand ihr wieder mal die Schlafaugen eingedr\u00fcckt hatte. Als Kleinkind besa\u00df ich eine Unmenge Puppen, diese ist allein \u00fcbriggeblieben. Weder meine Kinder noch meine Enkelkinder d\u00fcrfen sie in die Hand nehmen, darum liegt sie wohl verwahrt zwischen anderen aufhebenswerten Dingen in der Abstellkammer.<br \/>\nDieser Tage las ich in einer Zeitschrift vom \u00bbTeddyb\u00e4r-Effekt\u00ab. Eine amerikanische Wissenschaftlerin fand heraus, dass sich Menschen, die einen Gegenstand aus ihrer Kindheit in Sichtweite stehen haben, sozialer verhalten. Sie werden geduldiger und nachgiebiger, liebevoller und weicher in ihrer Wahrnehmung und ihrem Denken.<br \/>\nKindheit verbinden wir im Allgemeinen mit einer Phase der Reinheit, der Unschuld, aber auch der Kreativit\u00e4t, der Unbeschwertheit. Kindheit ist die Zeit, wo wir besch\u00fctzt wurden.<br \/>\nAls Kinder waren wir draufg\u00e4ngerisch, abenteuerlustig und experimentierfreudig. Wir kannten keine Gefahr und keine Bedenken, als wir drau\u00dfen herumtollten. Wir wollten die Welt entdecken und lebten nur im Hier und Jetzt. Wer wusch den Flecken aus dem Kleid und flickte die zerrissene Hose? Das war die Sorge der Erwachsenen, nicht unsere.<br \/>\nKindheitserinnerungen machen uns empathischer f\u00fcr die Not anderer. Das trifft sogar auf Menschen zu, die negative Kindheitserinnerungen haben.<br \/>\nDarum gestatte ich mir jetzt eine andere Schlussfolgerung. Wenn schon das Betrachten von Gegenst\u00e4nden, die wir mit der Kindheit verbinden, uns zu besseren Menschen macht, warum sollten dann nicht unsere Enkelkinder den gleichen Effekt auf uns Gro\u00dfeltern aus\u00fcben? Enkelkinder, die in unserer N\u00e4he sind, unsere Zeit beanspruchen und unsern tatkr\u00e4ftigen Einsatz geben uns also unbewusst ganz viel zur\u00fcck. Der Umgang mit den Enkelkindern bewahrt uns vor Starrsinn und Unbeweglichkeit. Unsere Enkelkinder verhelfen uns zur Flexibilit\u00e4t, zu einem sozialeren Leben. Oder, um es mit den Worten auszudr\u00fccken, die von jeher mit Gro\u00dfeltern in Verbindung gebracht werden: Enkelkinder verhelfen uns zu einem Leben in G\u00fcte und Weisheit.<br \/>\nDurch den Umgang mit den Enkeln k\u00f6nnen wir wieder ein St\u00fcck in die eigene Kindheit abtauchen und das Leben in anderer Qualit\u00e4t genie\u00dfen.<br \/>\nDarum wird es jetzt Zeit f\u00fcr den Teddyb\u00e4r-Effekt. Dazu muss ich nicht erst meine Puppe aus dem Karton befreien.<br \/>\nEinen entspannten Umgang mit Ihren Enkeln w\u00fcnscht Ihnen<br \/>\nMarianne Kopp<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zitat: Es gibt kein Alter, in dem alles so irrsinnig intensiv erlebt wird wie in der Kindheit. Wir Gro\u00dfen sollten uns daran erinnern, wie das war. (Astrid Lindgren) Liebe Gro\u00dfeltern, noch immer besitze ich jene Babypuppe, die f\u00fcr mich unterm Weihnachtsbaum sa\u00df, als ich f\u00fcnf oder sechs Jahre alt war. 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