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Vortragsangebote über Zoom

Liebe Großeltern,

ein wenigen Tagen können Sie sich über Zoom zu einigen Vortragsthemen einklinken. Da es in der Coronapandemie nicht möglich ist, öffentliche Vorträge in Räumen abzuhalten, gehen wir jetzt als GroßelternAkademie diesen Weg.

Wenn Sie daran teilnehmen möchten, schreiben Sie eine Mail an info@grosselternakademie.de und wir schicken Ihnen die Zugangsdaten.

Über Ihre Teilnahme würden wir uns freuen.

Termine und Themenübersicht

Dezember 2020 Thema
8. Ohne uns läuft nix – Wie wichtig sind wir Großeltern eigentlich?
15. Schenken, schlucken, schweigen – das „Großeltern-Abitur“
22. Wir brauchen einander – Wie sehr alle Generationen aufeinander angewiesen sind
29. „Regeln“ für Großeltern – Was sollten Großeltern tun und was lassen?
Januar 2021  
5. Cool, authentisch und Begleiter sein – Generation Tradition trifft Generation Reflektion
12. Weisheiten aus der Schachtel – „Rechte“ der Großeltern – Was Großeltern „dürfen“
19. Verstoßene Großeltern – ich darf meine Enkel nicht sehen
26. Wer hat’s erfunden? – Wussten Sie, dass wir eigentlich eine Kunstfigur sind?
Februar 2021  
2. Das ABC für Großeltern Teil 1 – von Achtsamkeit bis Liebe
9. Das ABC für Großeltern Teil 2 – von Mut bis Zurückhaltung
16. Typisch Opa? – eine heitere Betrachtung der verschiedenen Opatypen
23. Typisch Oma? – eine heitere Betrachtung der verschiedenen Omatypen

Großelternbrief Nr. 23

Zitat: Wer weiß, wo seine Stärken liegen, kann leichter zu seinen Schwächen stehen.
Ernst Ferstl

Liebe Großeltern,
ein heute sehr erfolgreicher Schriftsteller bekam als achtjähriger von seinen Eltern zu Weihnachten eine Schreibmaschine geschenkt. Computer gab es damals noch nicht. Mal sehen, was er damit anstellt, waren Vater und Mutter gespannt. Sicher war es nicht nur diese Buchstabenmaschine, die ihn in seiner Berufswahl gelenkt hat, doch ist solcher Einfluss nicht zu unterschätzen.
Meine Enkelin ist erst sechs, aber zu Weihnachten bekommt sie eine richtige Nähmaschine, keine aus dem Spielzeugregal. Mit der ist sie nämlich schon gut drei Jahre so vertraut, dass es ihr keinen Spaß mehr macht daran zu sitzen. Unsere Enkelin ist sehr talentiert, was Basteln und Handarbeiten angeht, weshalb wir sofort zugestimmt haben, als ihre Mama die Idee mit einer richtigen Nähmaschine hatte. Investieren in die Stärken der jungen Generation lautet unsere Devise. Ich beteilige mich gern daran, obwohl ich selbst völlig untalentiert bin. Ich habe meine Nähmaschine schon lange weggegeben, denn ich kann nicht nähen, bin auf diesem Gebiet völlig unbegabt. Nichtsdestotrotz kann ich aber neidlos zusehen, wie meine Tochter und ihre Tochter nähen, stricken und knüpfen, dass es eine Freude ist. Aber die Kleine weiß: Oma kann das nicht. Das ist für sie in Ordnung und für mich kein Grund zur Verlegenheit. Weil doch jeder Mensch andere Begabungen und Stärken hat. Ich möchte keine Oma sein, die Sachen, die sie selbst nicht beherrscht, andern nicht gönnt.
Weil ich nicht nähen kann, soll keiner nähen können?
Das ist doch Quatsch und total unreif, finde ich. Weil ich nicht nähen kann, wundere ich mich, woher meine Tochter und meine Enkelin ihr Talent dazu haben. Und ich bin drauf gekommen: In meiner Herkunftsfamilie bin ich ein Exot, weil ich weder Hose noch Rock schneidern kann. In meiner Schwiegerfamilie gab und gibt es sogar ausgebildete Schneiderinnen. Und mittendrin ich, ohne jegliches Talent für Nadel und Faden. Also sind meine Tochter und meine Enkelin keine Ausnahmen, sondern passen genau zu den vorigen Generationen.
Ich bin die Ausnahme, aber nicht das schwarze Schaf.
Ich fühle mich schon lange nicht mehr bemüßigt, wenigstens den Schein zu wahren und guten Willen zu zeigen, wenn es um Nähmaschinen geht. Ich winke ab und wende mich den Dingen zu, die ich gut kann. Mit dieser Haltung habe ich es inzwischen sogar zu familiärer Akzeptanz gebracht. Jeder, wie er kann, lautet unser Motto. Ich freue mich sehr darüber, dass meine Enkelin schon so früh Talent zum Nähen zeigt und werde es fördern, wo es geht. Ohne Neid und Gehässigkeit, ohne Sorge, mir bräche ein Zacken aus der großmütterlichen Krone, wenn die Enkel eine Unvollkommenheit an mir finden, etwas, das ich nicht perfekt oder gar nicht beherrsche. Nein, seitdem mir bewusst geworden ist, wie viel leichter es sich lebt, wenn man zu seinen Schwächen steht, wundere ich mich, dass ich nicht schon viel früher den Mut dazu gefunden habe.
Einen entspannten Umgang mit Ihren Enkeln wünscht Ihnen
Marianne Kopp

Flyer der GroßelternAkademie

Leitbild der Großelternakademie

Slogan

Präambel
Wir leben als Generationen in einer einmaligen Zeit. Noch ist ein Miteinander mehrerer Generationen realistisch: Urgroßeltern, Großeltern, Eltern, Kinder, Enkel.
Doch weil Familie und Kinder, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, sowie das Miteinander der Generationen kaum noch gegeben ist, nimmt auch die Familienplanung unserer Kinder eine ganz andere Richtung und es besteht die Gefahr, dass die Chance des einmaligen Miteinanders verlorengehen könnte.
Ausgehend von der Tatsache, dass Familie heutzutage immer weniger der ursprünglichen Definition Vater, Mutter, Kind, entspricht, stattdessen ausgeweitet, bzw., umgedeutet wird als eine Lebensform der Beliebigkeit, gleichgeschlechtlich, alleinerziehend oder vermehrt als Patchwork und deswegen das traditionelle Familienmodell gesellschaftlich als überholt erscheint, haben wir die Großelternakademie gegründet, um Großeltern in sich ständig verändernden Zeiten Orientierung und Hilfe zu bieten.
Was wir wollen:
– Wir möchten der zunehmenden Gleichgültigkeit zwischen den Generationen – wohl wissend, dass diese Gleichgültigkeit nicht unbedingt von der Enkelgeneration ausgeht – ein Klima des Respekts und der Toleranz entgegensetzen.
– Wir zeigen Wege auf, wie das Zusammenleben der Generationen gelingt.
– Ausgehend von der Großelterngeneration mit ihren Erfahrungen wollen wir eine Brücke zur jungen Generation schlagen.
– Wir unterstützen Großeltern, Bindeglied zwischen den Generationen zu sein.
– Wir wollen das Gestern verstehen helfen, damit Großeltern das Heute leben und das Morgen gestalten können.
– Wir stärken Großeltern, die Herausforderung zwischen Gebrauchtwerden und Vereinnahmung zu meistern.
– Wir wollen dazu beitragen, dass Werte bewusster gelebt werden.
– Wir erklären Großeltern, wie sie die Enkelgeneration innerhalb der Familie und Gesellschaft mit Werten ins Leben begleiten können.
– Wir zeigen Großeltern auf, warum sie heute eine unentbehrliche Generation sind.
– Wir zeigen Großeltern, die auf leibliche Enkel verzichten müssen, wie sie sich auf andere Weise um die Enkelgeneration bemühen können.

Wie wollen wir das erreichen:
Durch fortlaufende Forschung in entsprechender Literatur und Auswertung eigener und der Erfahrungen anderer Großeltern erarbeiten wir ständig neue Impulse für die Großelternschaft.
Diese Impulse geben wir auf unserer Homepage www.großelternakademie.de, sowie in Seminaren und einzelnen Referaten weiter.
Daneben sind in Zukunft auch Publikationen rund um das Thema Großelternschaft geplant.

Januar 2016
Marianne und Reinhard Kopp