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Wie wir unsere Enkel richtig verwöhnen

Die Enkel verwöhnen, ist ein Privileg der Großeltern. Ist es heute schwieriger, Kinder zu verwöhnen? Haben sie nicht schon alles?
Im Vortrag geht es um das „richtige“ Verwöhnen. Wir wollen die Enkel nicht verhätscheln oder zu weich fürs Leben machen.
Wellness tut allen gut. Finden Sie das richtige Maß. Viel Spaß beim Anhören.

Großelternbrief Nr. 25

Zitat: Nach jedem Besuch bei Oma und Opa ist das Kind erziehungstechnisch auf Werkseinstellung zurückgesetzt. (gefunden bei Pinterest)

Liebe Großeltern,
Es ist nun bald zweihundert Jahre her, da waren Großeltern eine ganz besondere Spezies. Weil sie, außer Sterben nichts mehr vorhatten, verwöhnten sie die Enkel nach Strich und Faden. Man gönnte sich ja sonst nichts. Alte Leute als ins Gegenteil-Verkehrer. Regeln, auf deren Einhaltung sie noch bis vor ein paar Jahren bestanden hatten, wurden dabei ignoriert.

Heutige Großeltern haben meistens gar nicht die Zeit, erziehungstechnisch bei den Enkeln ein Desaster anzurichten. Denn heutige Großeltern sind verantwortungsbewusste Menschen, die aus Liebe zu den Enkeln nicht wirklich über die Stränge schlagen. Wir wissen, was Zucker in kleinen Milchzähnen anrichten kann, also werden wir den Süßigkeitenkonsum unserer Enkel reduzieren helfen. Wir kennen ebenso die Wirkung unbegrenzten Fernsehkonsums und beschäftigen uns deshalb lieber selber mit den Kleinen, basteln oder spielen.
Obwohl, wenn es um Geschenke zu Weihnachten, Ostern oder zum Geburtstag geht, kann der Einzelhandel, dank Großeltern, jährlich ein saftiges Plus verkünden. Was das anbelangt, werden Großeltern oft hemmungslos. Hemmungsloses Verwöhnen, glauben viele Großeltern, gehöre bei solchen Festen dazu. Ist sozusagen die Jobbeschreibung für Oma und Opa. Obwohl sich manche da auch nicht mehr ganz sicher sind. Aber bevor sie etwas falsch machen, verwöhnen sie dann doch lieber. Kann ja nicht schaden. Damit kein falscher Verdacht aufkommt: Auch wir verwöhnen unsere Enkel gerne. Aber nicht durch Maßlosigkeit und Inkonsequenz. Maßlosigkeit schadet und Inkonsequenz auch.

Wenn Verwöhnen für Sie bedeutet, dass der Dreizehnjährige bei Ihnen auf Seiten surfen darf, die nur für Erwachsene bestimmt sind, haben Sie etwas falsch verstanden. Verwöhnen ist zum Verstärken des Enkelkindes gedacht, als Entspannung und Stütze in einem. Als Urlaub vom Alltag, als kleine Auszeit vom Schulstress. Als Trost und Hilfe. Und nicht zur Selbstverherrlichung der Großeltern, als Zurschaustellung ihrer Gönnerhaftigkeit. Als Präsentation finanzieller Stärke.

Darum, verwöhnen Sie, aber mit Augenmaß und Verantwortung. Der Verdacht, man könnte Sie weniger lieben, wenn Sie die Enkel nicht mit Geschenken zuschütten, ist meistens unbegründet. Weil den meisten jungen Menschen inzwischen mehr an Beziehung gelegen ist, als an Materiellem. Und wenn Sie sich statt auf Berge von Geschenken auf Emotionen, wie Akzeptanz, Toleranz, Respekt und ein riesiges Maß an Liebe verlegen, können Sie Ihren Verwöhntrieb auf diese Weise unbegrenzt ausleben ohne einen Cent auszugeben. Einzelhandelsbilanz hin oder her.
Einen entspannten Umgang mit den Enkeln
wünschen Ihnen
Marianne und Reinhard Kopp