Großelternbrief Nr. 37

Eltern können lediglich gute Ratschläge geben – oder den richtigen Weg weisen. Seinen endgültigen Charakter prägt der Mensch aus eigener Verantwortung. (Anne Frank)

Liebe Großeltern,
Als Anne Frank diese Worte schrieb, war sie ein Teenager im Versteck, ihre räumlichen Entfaltungsmöglichkeiten waren sehr begrenzt. Sie musste ihr Zimmer mit einem fremden Mann teilen, der ebenfalls gezwungen war, unterzutauchen. Sie verstand sich nicht mit ihrer Mutter, ihre Schwester war als Gesprächspartnerin ebenso wenig geeignet. Alles Bedingungen, unter denen kaum Entwicklung möglich ist. Wer eingepfercht leben muss, unter Angst und Druck, wem sogar die Verantwortung für die tägliche Ernährung genommen wird, wer sich dem beugen muss, was andere für ihn tun können oder nicht, der kann nur noch ein Schatten seiner selbst werden. Das Schicksal der Familie Frank lag vollkommen in den Händen wohlmeinender Freunde, Annes Eltern lebten vom und im Vertrauen auf sie. In dieser Situation bewahrte sich das Mädchen, dessen Tagebuch weltberühmt wurde, seine innere Eigenständigkeit. Sie wollte Verantwortung für sich übernehmen und nicht alles den Umständen und ihren Mitmenschen in die Schuhe schieben. Hätte sie überlebt, ich bin sicher, aus ihr wäre eine berühmte Schriftstellerin und Denkerin geworden. Eine unabhängige dazu.
Vielleicht sollten wir uns dieses junge Mädchen zum Vorbild nehmen, und uns unserer Verantwortung für unseren eigenen Weg bewusst werden. Auch rückschauend. Nicht die Eltern oder Systeme sind vorrangig daran schuld, dass aus uns etwas wurde oder nicht, sondern wir tragen die Verantwortung. Verantwortung für unsere Entscheidungen und unser Tun. Wer Verantwortung übernimmt, wird fähig zur Veränderung. Auch wenn sich nachträglich nichts mehr ändern lässt, können wir manche Erfahrung unter veränderten Aspekten betrachten. Können uns fragen, was das Schlechte uns gelehrt hat und das Gute in uns verändern konnte. Viel Gutes darf Dankbarkeit erzeugen, Schlechtes müssen wir in unsern Lebenslauf integrieren, dann nämlich kommen wir zu innerer Ruhe und werden weise.
Die Familie Frank wurde verraten und von den Nazis ins Vernichtungslager deportiert. Nur der Vater überlebte. Dank eines glücklichen Zufalls wurde Anne Franks Tagebuch unter all dem Zeug, das man bei der Durchsuchung des Verstecks zum Müll geworfen hatte, gefunden. Wir empfehlen Ihnen, dieses Buch zu lesen. Sie erfahren auf eindrucksvolle Weise, wie ein junges Mädchen im Gespräch mit einer fiktiven Freundin versucht, sich Klarheit über das Leben und seine persönlichen Ziele zu verschaffen.
Helfen Sie Ihren Enkeln, verantwortungsvolle Menschen zu werden, indem Sie selbst welche sind!
Einen entspannten Umgang mit Ihren Enkeln wünschen Ihnen
Marianne und Reinhard Kopp

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Großelternbrief Nr. 36

Die meisten Kinder hören auf das, was man sagt; einige tun, was man sagt; aber alle Kinder tun, was man selbst tut. (Kathleen Casey Theisen)

Liebe Großeltern,
machen wir uns nichts vor, unsere Kinder und Enkel haben uns durchschaut! Sie wissen genau, ob wir wahrhaftig sind oder nicht. Was nützt es, den jugendlichen Enkeln einen dozierenden Vortrag über die Schädlichkeit des Rauchens zu halten, wenn man sich dabei eine neue Kippe anzündet? Die wohlgemeinten Worte werden genauso verfliegen, wie der Zigarettenrauch. Reden kann noch jeder. Auch wir Großeltern schauen darauf, ob dem Reden Taten folgen. Ob der Enkel wirklich die Finger von Drogen lässt oder die Enkelin nicht mit jedem dahergelaufenen Typen abhängen muss. Tun, was man versprochen hat, worauf man sich festlegt oder was man neu erkannt hat, darauf kommt es an. Großeltern, die schon immer Menschen waren, die zwar viel von Veränderung redeten, das aber immer auf andere bezogen, werden im Alter nicht viel Respekt ernten diesbezüglich. Ihre wohlmeinenden Ratschläge verpuffen, man nimmt sie nicht ernst. Einem langjährigen Schürzenjäger nimmt niemand noch so ernstgemeinte Worte über den Wert der Treue ab. Und wenn so einer sich über Sohn oder Enkel aufregt, die in dieser Weise nur in seine Fußtapfen getreten sind, erntet er Hohn und Spott.
Bevor wir also den Kopf schütteln über dieses und das, was uns bei der Enkelfamilie so alles auffällt, sollten wir uns fragen, ob nicht wir es waren, die das Fundament dazu gelegt haben. Denn die Kinder machen uns alles nach. Auch dann, wenn sie lautstark verkünden, manches ganz anders handhaben zu wollen, wie die Eltern. Auch unsere Kinder können nicht aus ihrer Haut und leben nach dem Muster ihrer Vorfahren. Das ist vielfach ein Grund für Freude und Stolz, oft aber auch für Ärgernis.
Verinnerlichen wir aber das Wissen darum, dass unser Tun die Grundlage für ihr Tun ist, werden wir weise. Wir agieren zurückhaltender und vorsichtig. Denn uns ist klar, das Leben ist ein Prozess. Lebenslang sind wir gezwungen, aus unseren Erfahrungen zu lernen. Hoffentlich haben wir die richtigen Schlüsse daraus gezogen und sind bereit abzuwarten, dass auch unsere Kinder soweit kommen.
Einen entspannten Umgang mit Ihren Enkeln wünschen Ihnen
Marianne und Reinhard Kopp

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GroßelternAkademie bei SWR 4

Der SWR hat uns ins Studio Ulm zu einem Interview eingeladen, das heute Nachmittag gesendet wurde.

 

 

 

 

 

Hier könnt Ihr das Interview nachhören:

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/ulm/Tipps-fuer-Grosseltern-Paar-aus-Illerrieden-hat-Grosselternakademie-gegruendet,grosselternakademie-illerrieden-100.html

 

 

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Prominente Gäste am Stand der GroßelternAkademie

Die GroßelternAkademie ist Mitglied im  Kreisseniorenrat des Alb-Donau-Kreises. Anlässlich des 30. Bestehens fand eine Festveranstaltung in Ehingen an der Donau statt. Wir waren mit einem Stand vertreten, wo wir einige prominente Gäste begrüßen durften, die unsere Arbeit würdigten.

 

 

Den Festvortrag »Generationen im Wandel der Zeit« hielt Franz Müntefering. Er erwähnte dabei auch die Aktivitäten der GroßelternAkademie.

 

 

Hilde Mattheis, Bundestagsabgeordnete, besucht unsern Stand. Frau Mattheis kommt übrigens nicht nur anlässlich von Jubiläen, sie hält regelmäßigen Kontakt zum Kreisseniorenrat.

 

 

Links: Alexander Baumann, Oberbürgermeister von Ehingen. Ehingen war Gastgeberstadt des 30. Kreisseniorentages. Neben ihm steht Josef Barabeisch, der Sozialdezernent des Landratsamtes Alb-Donau-Kreis.

 

 

 

 

 

Marlies Blume, schwäbische Mundartkabarettistin. Frau Blume kam extra vor ihrem Auftritt an unsern Stand, damit wir sie im Kostüm fotografieren konnten. Der Auftritt war sehr gelungen, sie hat wirklich tiefsinnige Lebensweisheiten in heiteren Beiträgen präsentiert. (Allerdings muss man schwäbisch verstehen.)

 

 

 

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