Großelternbrief Nr. 36

Die meisten Kinder hören auf das, was man sagt; einige tun, was man sagt; aber alle Kinder tun, was man selbst tut. (Kathleen Casey Theisen)

Liebe Großeltern,
machen wir uns nichts vor, unsere Kinder und Enkel haben uns durchschaut! Sie wissen genau, ob wir wahrhaftig sind oder nicht. Was nützt es, den jugendlichen Enkeln einen dozierenden Vortrag über die Schädlichkeit des Rauchens zu halten, wenn man sich dabei eine neue Kippe anzündet? Die wohlgemeinten Worte werden genauso verfliegen, wie der Zigarettenrauch. Reden kann noch jeder. Auch wir Großeltern schauen darauf, ob dem Reden Taten folgen. Ob der Enkel wirklich die Finger von Drogen lässt oder die Enkelin nicht mit jedem dahergelaufenen Typen abhängen muss. Tun, was man versprochen hat, worauf man sich festlegt oder was man neu erkannt hat, darauf kommt es an. Großeltern, die schon immer Menschen waren, die zwar viel von Veränderung redeten, das aber immer auf andere bezogen, werden im Alter nicht viel Respekt ernten diesbezüglich. Ihre wohlmeinenden Ratschläge verpuffen, man nimmt sie nicht ernst. Einem langjährigen Schürzenjäger nimmt niemand noch so ernstgemeinte Worte über den Wert der Treue ab. Und wenn so einer sich über Sohn oder Enkel aufregt, die in dieser Weise nur in seine Fußtapfen getreten sind, erntet er Hohn und Spott.
Bevor wir also den Kopf schütteln über dieses und das, was uns bei der Enkelfamilie so alles auffällt, sollten wir uns fragen, ob nicht wir es waren, die das Fundament dazu gelegt haben. Denn die Kinder machen uns alles nach. Auch dann, wenn sie lautstark verkünden, manches ganz anders handhaben zu wollen, wie die Eltern. Auch unsere Kinder können nicht aus ihrer Haut und leben nach dem Muster ihrer Vorfahren. Das ist vielfach ein Grund für Freude und Stolz, oft aber auch für Ärgernis.
Verinnerlichen wir aber das Wissen darum, dass unser Tun die Grundlage für ihr Tun ist, werden wir weise. Wir agieren zurückhaltender und vorsichtig. Denn uns ist klar, das Leben ist ein Prozess. Lebenslang sind wir gezwungen, aus unseren Erfahrungen zu lernen. Hoffentlich haben wir die richtigen Schlüsse daraus gezogen und sind bereit abzuwarten, dass auch unsere Kinder soweit kommen.
Einen entspannten Umgang mit Ihren Enkeln wünschen Ihnen
Marianne und Reinhard Kopp

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GroßelternAkademie bei SWR 4

Der SWR hat uns ins Studio Ulm zu einem Interview eingeladen, das heute Nachmittag gesendet wurde.

 

 

 

 

 

Hier könnt Ihr das Interview nachhören:

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/ulm/Tipps-fuer-Grosseltern-Paar-aus-Illerrieden-hat-Grosselternakademie-gegruendet,grosselternakademie-illerrieden-100.html

 

 

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Prominente Gäste am Stand der GroßelternAkademie

Die GroßelternAkademie ist Mitglied im  Kreisseniorenrat des Alb-Donau-Kreises. Anlässlich des 30. Bestehens fand eine Festveranstaltung in Ehingen an der Donau statt. Wir waren mit einem Stand vertreten, wo wir einige prominente Gäste begrüßen durften, die unsere Arbeit würdigten.

 

 

Den Festvortrag »Generationen im Wandel der Zeit« hielt Franz Müntefering. Er erwähnte dabei auch die Aktivitäten der GroßelternAkademie.

 

 

Hilde Mattheis, Bundestagsabgeordnete, besucht unsern Stand. Frau Mattheis kommt übrigens nicht nur anlässlich von Jubiläen, sie hält regelmäßigen Kontakt zum Kreisseniorenrat.

 

 

Links: Alexander Baumann, Oberbürgermeister von Ehingen. Ehingen war Gastgeberstadt des 30. Kreisseniorentages. Neben ihm steht Josef Barabeisch, der Sozialdezernent des Landratsamtes Alb-Donau-Kreis.

 

 

 

 

 

Marlies Blume, schwäbische Mundartkabarettistin. Frau Blume kam extra vor ihrem Auftritt an unsern Stand, damit wir sie im Kostüm fotografieren konnten. Der Auftritt war sehr gelungen, sie hat wirklich tiefsinnige Lebensweisheiten in heiteren Beiträgen präsentiert. (Allerdings muss man schwäbisch verstehen.)

 

 

 

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Großelternbrief Nr. 35

Zitat: Wenn wir nicht fähig sind, aus der Vergangenheit zu lernen, dann spielen wir mit der Zukunft.

Liebe Großeltern,
Der Klimawandel beschäftigt nicht nur die Politik. Bis in unsern Alltag merken wir die Auswirkungen der Erderwärmung, die Jahreszeiten verschieben sich und die Starkwetterereignisse nehmen zu. Parteien und Vereine mahnen daher ein Umdenken bei unsern Lebensstrukturen an. In Supermärkten und Kaufhäusern gibts keine Plastiktüten mehr, das Wort von der Nachhaltigkeit macht die Runde. Nicht nur für die Eisbären, die wegen der abschmelzenden Pole in ihren Lebensräumen bedroht sind, sondern vor allem für die nachfolgende Generation ist Nachhaltigkeit wichtig. Für unsere Enkelkinder müssen wir die Fehler der Vergangenheit korrigieren.
Wozu nicht nur die Klimaveränderung gehört.
Auch aus unseren eigenen Fehlern dürfen wir lernen und die junge Generation daran teilhaben lassen.
Dazu allerdings müssen wir darüber sprechen. Vielleicht hat Opa sich vor vielen Jahren im Jähzorn dazu hinreißen lassen, in seiner Firma übereilt zu kündigen und ist danach beruflich nie wieder so recht auf die Beine gekommen. Oder er wurde sogar mal straffällig und saß eine Zeitlang im Gefängnis. Oder Oma hat sich als junge Mutter von ihrem Ehemann getrennt und ihre Kinder allein großgezogen. Es wäre für die Enkel gut, wenn sie ihnen davon erzählen könnte. Von ihrem Mut und Versagen, den Schwierigkeiten und was sie daraus gelernt hat. Es geht jedoch nicht nur um Schuld oder Versagen, wenn die Älteren aus der Vergangenheit erzählen. Auch Erfolge dürfen zur Sprache kommen. Wie viel Kraft und Entschlossenheit es brauchte, um die Karriere voranzubringen. Wie Opa es angestellt hat, sich zum Geschäftsführer seiner Firma emporzuarbeiten. Solche Gespräche zeigen der jungen Generation, ob wir Älteren lernfähig waren und sind. Ob wir es wirklich besser gemacht haben, als unsere Eltern und ob wir Ansporn für die Enkel sind, es uns gleichzutun.
Vergangenheit und Großeltern bedeutet für die Enkelgeneration meistens Glorifizierung. Früher war alles besser. Versuchen wir doch einen objektiven Blick auf unsere zurückliegenden Jahre. Nicht mit der Häme jener, die sich verächtlich äußern, dass sie als Kinder noch auf der Straße spielen konnten und ohne Handy auskamen. Das waren die Zeiten, als unsere Eltern noch nicht wussten, dass Plastik Weichmacher enthält, die krebserregend sein können. Sondern mit dem Blick eines Analysten. Was war gut, worauf können wir stolz sein, was hätten wir besser machen können? Jede Zeit hatte und hat ihr für und wider. Welche Schlüsse wir daraus ziehen, dass macht die Bewertung aus.
Einen entspannten Umgang mit Ihren Enkeln
wünschen Ihnen
Marianne und Reinhard Kopp

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