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Großelternbrief Nr. 22

Zitat: Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt. (Jorge Luis Borges)

Liebe Großeltern,
fast in jedem Zimmer unseres Hauses stehen Bücherregale mit Büchern der unterschiedlichsten Genres. Vom Roman über Biographien, Sachbücher, Gedichtbände und nicht zu vergessen, ganz viele Kinderbücher – ein großer Schatz, wie wir finden.
Daneben befinden sich viele elektronische Bücher auf meinem IPad und selbstverständlich habe ich einen Leseausweis für die Stadtbibliothek, die ich regelmäßig aufsuche. Lesen gehörte und gehört für mich ganz selbstverständlich zum Leben. Vor die Entscheidung gestellt, kaufe ich mir eher ein Buch als ein Kleidungsstück. Daher haben entsprechende Konsumtempel keine Freude an mir, denn ich liebe und brauche die Welt der Bücher mehr als die des Konsums.
Ich lese deshalb auch gerne vor. Noch sind meine Enkel in dem Alter, wo es ihnen gefällt, wenn Oma aus »Die drei ???« vorliest. Dabei gebe ich mir alle Mühe, gut und ausdrucksstark zu lesen, denn ich möchte gerne, dass meine Enkel Gefallen an Büchern finden.
In absehbarer Zeit werde ich als Vorleserin überflüssig sein, weil sie es dann selber können. Außerdem gibt es ja auch elektronische Hilfsmittel, fast alle guten Bücher sind inzwischen als Hörbücher zu haben. Auch ich liebe Hörbücher. Es hat für mich etwas Erhabenes, wenn ich bei meiner Handarbeit ein gutes Buch vorgelesen bekomme. Und sogar, wenn ich beim Putzen bin, versüße ich mir solch ungeliebte Arbeit, indem mir ein guter Sprecher von der CD gute Literatur vorliest.
Ich ignoriere die meisten Zeitschriften, die so in Arztpraxen herumliegen, denn ich trage Fontane und Goethe in elektronischer Form bei mir. Und ich sehe inzwischen auch manchen jungen Menschen, der auf seinem IPhone liest. Wenn meine Enkel in das entsprechende Alter kommen, wird Oma dafür sorgen, dass sie eine entsprechende App installieren. Denn Lesen ist und bleibt das Wichtigste für mich. Es bildet und ich habe stets gute Gesprächsthemen.
Schon die bloße Präsenz der Bücher in unserm Haus vermittelt jedem Besucher unsere besondere Vorliebe: das gedruckte Wort.
Auch wenn Sie nicht so bücherverrückt sein mögen wie wir, jeder hat schon von »Robinson Crusoe« gehört oder »Pippi Langstrumpf« in der Hand gehabt oder weiß, worum es in »Heidi« geht. Teilen Sie Ihr Wissen mit Ihren Enkeln und Sie schaffen eine Beziehung, die einzigartig ist, weil Personen darin vorkommen, die Nichtleser nie kennenlernen werden.

Einen entspannten Umgang mit Ihren Enkeln wünschen
Marianne und Reinhard Kopp


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