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Großelternbrief Nr. 21

Zitat: Der Anfang ist das Wichtigste einer Aufgabe. (Plato)

Liebe Großeltern,
viele Enkelkinder stehen dieser Tage vor einem Anfang: Das Schuljahr hat begonnen, das Lehrjahr auch und in wenigen Wochen beginnen die Semester an Unis und Hochschulen. Anfänge begleiten uns lebenslang – hoffentlich. Denn nur, wer anfängt, kann es zu etwas bringen, wird Ergebnisse erzielen, lernen und wachsen. Manche Oma, mancher Opa muss nach überstandener Krankheit erneut anfangen, laufen zu lernen, sprechen oder schreiben. Andere Omas oder Opas sind gezwungen, nach dem Verlust des Partners ihr Leben als Alleinstehende weiterzuführen. Auch ein Anfang, aber ein trauriger. Oder die Großeltern mussten ihre geliebten vier Wände verlassen und ins Seniorenheim umsiedeln, ein anderer Anfang. Vielleicht hat Opa nochmal seine große Liebe gefunden und wirkt plötzlich, wie in aus dem Jungbrunnen gekommen, wieder ein Anfang.
»Neueröffnung« lesen wir an Geschäften. Sie krönen ihren Anfang eventuell mit Rabatten und kleinen Präsenten für die Kundschaft. Und wie schnell kann alles wieder vorbei sein, dann hängt das Schild: »Wir schließen« an der Tür. Anfang und Ende sind manchmal wirklich wie enge Nachbarn.
Doch wenn unsere Enkel die Schule beginnen, liegt das Ende in zehn- bis dreizehnjähriger Ferne. Und wenn sich dann noch ein Studium anschließt, scheint mit dem Eintritt ins Berufsleben schon ein großer Teil Lebenszeit vorbei zu sein. Und noch immer ist es kein Ende mit den Anfängen: Das eigene Heim wird gegründet, vielleicht auch eine Firma. Schließlich beginnt alles von vorne mit der nächsten Generation: Kindergarten, Schule…
Das nennen wir den Lauf des Lebens. Alles ist im Fluss.
Durch die Enkelkinder dürfen wir teilhaben an den Freuden und Leiden von Schule, Studium und Beruf. Das hält uns auf dem Laufenden, wenn wir uns mit einbringen. Großeltern aber, die sich nicht nur für die Anfänge der Kinder und Enkel interessieren, sondern selbst noch Neuland betreten, sei es durch eine ehrenamtliche Tätigkeit, einen Kurs an der Volkshochschule, gar ein Studium oder was auch immer, werden Kindern und Enkeln wertvolle Mentoren. Denn sie reden nicht nur vom Grünen Tisch her oder theoretisieren, sondern man hört, sie kennen, wovon sie reden. Wer selber von Freude und Last des Anfangs weiß, von Lampenfieber und großer Aufregung, von Schwellenangst und Unsicherheit, kann für junge Menschen Ermutiger und Motivator sein. Wer aus eigener Erfahrung weitergibt, wie er das Zittern vor dem Anfang verbergen oder überwinden konnte, dem glauben die Kinder und Enkel. Sie sind stolz auf solche Großeltern und stehen ihnen mit Rat und Tat zur Seite. So entsteht ein Geben und Nehmen zwischen den Generationen. Beglückend und erfüllend für beide Seiten.
Einen entspannten Umgang mit Ihren Enkel wünschen Ihnen
Marianne und Reinhard Kopp


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